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Montag, 12. Februar 2018 11:07 Uhr

Bernd Gieseking gastierte wieder mit „Ab dafür!“ in Hümme

Hümme (r). Ab dafür! Seit drei Jahren bedeutet dies jährlich im Generationenhaus Bahnhof Hümme: Satire und Komik, Kommentare und Nonsens über den alltäglichen Wahnsinn des vergangenen Jah-res. Eine rasante Achterbahnfahrt durch Peinlichkeiten und Höhepunkte der letzten 12 Monate. Ein Jahresrückblick von A bis Z – frech, schnell, sauber, komisch! Gieseking macht Schnitte, auf die mancher Metzger neidisch ist. Das Nebeneinander der großen Ereignisse und der privaten Sicht, das Formulieren des Großen-Ganzen von 2017 in witzige Geschichten, das Überspitzen oder auch nur mal das süffisante Zitieren machen das Programm „Ab dafür!“ nach wie vor einzigartig.

Politik, Gesellschaft und Kultur, die elektronischen Medien und die Tagespresse liefern ihm immer wieder Stichworte für Sprachwitz und Komik, für groteske Logik und verspielten Unsinn. Gereimt, geschüttelt und gerührt – ab dafür! Vor allem die Politik lieferte Gieseking, der in Hümme ganz in schwarz gekleidet mit Jacket und T-Shirt mit einer durchgestrichenen Jahreszahl 2017 auf der Brust die Bühne betrat, wieder reichlich Stoff für seinen beliebten Jahresrückblick. So zieht er über unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier her, dessen gröbster Fehler es aus seiner Sicht ist, so gut wie gar nicht in Erscheinung zu treten, unspektakulär zu sein und sich keinerlei Eskapaden zu erlauben. Natürlich geht es auch um den Einzug der AfD in den 19. Bundestag und die konstituierende Sitzung. Aber auch an den Dschungelkönig 2017 Marc Terenzi erinnert er sich. Hängengeblieben ist sein legendärer Spruch: „Dies are the Regels. We must them halten.“ Diesen Ausspruch von Terenzi hört das Publikum im ausverkauften Saal des Generationenhauses an diesem Abend des Öfteren.

Gieseking, der kürzlich wieder nach Minden gezogen ist, wo seine Eltern leben, berichtete von seinem Besuch am 2. Januar auf dem Einwohnermeldeamt der Kleinstadt. Betrübt war er über die Tatsache, dass er kein „Begrüßungspaket“ bekommen habe, lediglich der aktuelle Abfallkalender wurde ihm als Geschenk angeboten. Natürlich durfte auch der Themenbereich Fußball nicht fehlen. Was Gieseking in 2017 beschäftigt hatte war der Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund, ein börsen-dotiertes Unternehmen. Dass es für den Täter theoretisch möglich gewesen wäre, den Aktienkurs durch sein Vorhaben bewusst zu beeinflussen und dadurch Profit zu erzielen, bezeichnete der Kaba-rettist als „krankes Wirtschaftssystem“. Was er gar nicht verstehen konnte, war ein Auftritt von Wolfgang Bosbach in der Talkshow von Sandra Maischberger, die im Eklat mit Jutta Ditfurth endete. Maischberger habe auf Bosbach wie auf ein totes Pferd eingeredet. Bosbach sei der Mister Talkshow himself, der über alle möglichen The-men gerne spricht und selbst über die „Dehnbarkeit von Gummi in Herrenunterhosen“ diskutieren könnte.

Bedauerlich fand Bernd Gieseking den Abgang von Norbert Lammert und Christian Stöbele in der Bundeshauptstadt, die er sehr geschätzt habe. In diesem Zusammenhang fiel ihm auch der Einzug der Grünen in den Bundestag ein. Er rief dem Publikum auch die Verstorbenen und Jubilare des letz-ten Jahres in Erinnerung. Sein Auftritt wurde immer mal wieder unterbrochen von dem Klingeln eines alten Telefons mit Wähl-scheibe. Der erste Anrufer war Heiko Maas, der „Recher der Enterbten“, man kennt sich. Auch Christian Lindner meldete sich bei Bernd um ihm zu berichten, dass er keine gelben Polunder mehr tragen darf und bald 40 Jahre alt wird. Eines habe er mit Macron gemeinsam: Beide hätten eine älte-re Frau. Sehr besorgt zeigte sich der Künstler über den Abgasskandal und die Versuche mit Affen. Zur NRW-Wahl und Hannelore Kraft: Sie zog nach der Wahl die Konsequenzen, andere würden das als „Fahrerflucht“ bezeichnen. Dann ging Gieseking weg von der Politik und erinnerte an die Veganerin in Limburg und den Glo-ckenspielprozess. „Fuchs du hast die Gans gestohlen“, sollte nicht mehr gespielt werden. In dem Prozess sollte auch die Gans befragt werden, die aber die Aussage verweigerte, weil sie mit dem Fuchs in einem eheähnlichen Verhältnis lebe. Der Fuchs seinerseits beantragte Polizeischutz, obwohl er gar nicht angeklagt war.

Im zweiten Teil nach der Pause berichtete Bernd Gieseking von den Erlebnissen mit seinen Eltern, die er in einem Buch mit dem Titel „Früher hab‘ ich nur mein Motorrad gepflegt“ verarbeitet habe. Darin geht es um Gartenarbeit und Begegnungen mit Hundebesitzern sowie Krankheiten der Vierbei-ner. Was Gieseking besonders beeindruckt habe, war die Anzahl der vielen Trampolin-Besitzer in Deutschland. Wenn man die in einer Reihe aufstellen würde, könnte man von Flensburg bis Gar-misch Partenkirchen hüpfen. Dann bräuchten wir uns auch um die Dieselfahrzeuge keine Gedanken mehr zu machen. Dann plötzlich zum Schluss klingelt wieder das Telefon. Diesmal am anderen Ende Donald Trump, der US-Präsident, man kennt sich. Er berichtete seinem Freund Bernd von Trinkgelagen mit Angela Merkel und das er keine Verbündeten habe.

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